Angela Winkler
geb. 1958
Erste von 4 Töchtern
von Alheide und Hermann Winkler
2 erwachsene Söhne, eine verstorbene Tochter
landete nach 21 Jahren Ehe und mehr als
25 Umzügen in der Eifel und gründete
einen therapeutischen Pferdehof
nach 10 Jahren in der
psychiatrischen Altenpflege
neue Berufslaufbahn zur diplomierten
Beraterin und Systemaufstellerin (EURASYS)
Eine erste Familienaufstellung.
In tiefster Depression nach dem Tod meiner
Tochter, angesichts hilfloser
psychologischer Behandlungsversuche, war
es mein Vater, der mich schließlich mitnahm
in den Wald: Er übergab mich seinem ganz
persönlichen Heiler, hieß mich an uralte
Rinde anzulehnen und die Augen zu
schließen. Nicht nur einen spürte ich hinter
mir - und auch nicht mehr nur einen Baum.
Die geladenen Worte des einfachen lebenstüchtigen Mannes höre ich noch heute: „Kind, das was Du nicht ändern kannst das musst Du akzeptieren, auch wenn es manchmal noch so schwer ist. Schau nach vorn, auf das was vor Dir liegt !” Es holte mich in diesem Augenblick aus meiner Depression, die Ausdruck war von „warum musste Katharina sterben?” „Warum muss mir das passieren?” „Für was soll das gut sein?” In dieser Sekunde akzeptierte ich, dass ich es nicht ändern konnte und lebte weiter - ohne jetzt noch eine Antwort zu brauchen.
Es ist so!

Noch ein Wendepunkt.
Ich habe eine Berufsausbildung
abgeschlossen, aber erneut ist alles so
schwer, ich glaube ich kann nicht mehr.
Die hellsichtige Frau die ich um Rat frage
empfiehlt mir eine Familienaufstellung.
Was das ist?
Nach der Lekture von Bert Hellingers ‚Ordnungen der Liebe’ weiss ich dass es
das ist was ich machen werde in Zukunft.
Ich melde mich zur Teilnahme an der Ausbildungsgruppe von Wilfried Nelles an. Eine erste Familienaufstellung im Rahmen der Ausbildung. Für mich, für meinen Sohn. Chaotisch. Berge von Toten liegen übereinander. Mein Sohn? Taucht in der gesamten Aufstellung nicht auf. Aber mit den gesehenen Toten sind der Sog und die Schwere weg.
Viel später, in der Woche vor meinem ersten eigenen Aufstellungswochenende kommt ein Traum:
Ich bin auf einer breiten, staubigen
Strasse inmitten vieler Menschen, Männer
und Frauen jeden Alters unterwegs. Sie
tragen die Kleidung längst vergangener
Tage: die Frauen lange Kleider, die Männer
lange dunkle Gehröcke. Alle sind sehr
freundlich, lachen mir zu wenn ich sie
anschaue.Ich will wissen, wo wir hingehen,
habe aber aus einem mir nicht bekannten
Grunde nicht gefragt. Ich spüre, ich muss
schneller gehen und zwischen Allen
hindurch ganz nach vorne.
Da ist ein alter Mann der neben seinem
Pferd steht und wartet. Ihn frage ich: „Wo
gehen wir denn hin?“ worauf er mich
freundlich anlächelt und sagt:
„Jetzt bist du ja da, dann können wir ja
hineingehen.“
Da sehe ich erst das Haus vor mir: die Tür
einladend offen, ein grosser Raum mit
Tischen und Stühlen, der sich schnell mit
Menschen von der Strasse füllt. Alle haben
Essen und Getränke dabei und sind
fröhlich und ausgelassen.
Ich wache auf!
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